Dienstag, 25. September 2012

Reisebericht von Chemoland


Vielleicht haben sich manche meiner Leser schon gewundert, wieso ich im letzten halben Jahr wieder so regelmäßig mein Blog aktualisiert habe.

Tja, das war aus dem Grund, weil ich während meiner Chemotherapie etwas tun wollte, zwölf Sitzungen im 14-tägigen Abstand gaben mir viel Zeit zum Schreiben.



Das war beim ersten Behandlungszyklus im April - alles noch neu und spannend.



Und keinerlei Nebenwirkungen! Mir ging es blendend, auch abends beim Fußballspiel:


Erfreulicherweise konnte ich mit meiner Baxterpumpe auch nach Hause gehen.



Das Pümpchen ist in etwa so groß wie eine Getränkedose, innen ist ein Vakuum und darin in einer Gummiblase das Chemotherapeutikum. Schlaue Menschen können recht genau ausrechnen wie lange es dauert, bis das komplette Medikament durch den Schlauch in den Patienten hineinfließt. 

Am Ende des ersten Behandlungstages bekam ich die Pumpe angehängt, am zweiten Tag wurde sie während der Behandlung in der Praxis abgeklemmt und bevor ich nach Hause ging, wieder angehängt. Und am Morgen des dritten Tages war die Pumpe leer und musste nur noch abgenommen werden. Dann nur noch den Port spülen und wieder war ein Behandlungszyklus geschafft.

Ein Zyklus folgte mit schöner Regelmäßigkeit auf den anderen, immer abhängig von der Zahl der weißen Blutkörperchen.

Ich bin einer lieben Kollegin des Besten Ehemanns von allen unendlich dankbar für die Adesse "meiner" onkologischen Praxis, in der ich behandelt wurde wie ein Mensch, nicht nur als "Patient Nummer soundsoviel".

OK, die Lage direkt über einem Chinarestaurant war schon etwas besonderes, inzwischen ist die Praxis aber in neue Räume umgezogen.


Ich habe in 53 Jahren meines Lebens nicht soviele Komplimente für gutes Aussehen bekommen wie in den ersten Monaten meiner Chemotherapie.

Langsam kamen nach dem dritten Zyklus auch Nebenwirkungen auf, aber eigentlich muss man sich fast darüber freuen, denn die beweisen ja, dass sich in den Zellen des Körpers etwas getan hat, also hoffentlich auch bei den Krebszellen.

Es war bei mir nicht die gefürchtete Übelkeit oder Durchfälle sondern ganz im Gegenteil - Verstopfung! Damit hatte ich ja keinerlei Erfahrung, hab's aber nach und nach in Griff bekommen. Ich sag nur Movicol innerlich und Olivenöl äußerlich. ;-)

Außerdem bekam ich die erwarteten Auswirkungen von Oxaliplatin auf die Nervenenden in den Fingern und Zehen, Kälteempfindlichkeit wie kleine Stromstöße, aber nichts, was nicht auszuhalten gewesen wäre, jedenfalls bis zum letzten Zyklus. Einen weiteren hätte ich nicht haben mögen.

Zudem gingen mir bei jeder Haarwäsche viele Haare aus, ich konnte mir ausrechnen, wann ich keine Frisur mehr hinbringen würde.

Da strahlt sie noch, die Liesl! 

Nach dem fünften Behandlungszyklus gingen meine weißen Blutkörperchen so stark runter und nicht wieder rauf, dass sich der sechste Zyklus immer weiter hinausschob. Einesteils war die Pause ganz angenehm, andererseits möchte man aber doch, dass die Behandlung vorangeht.

Nach dreieinhalb Wochen ging es dann doch endlich, wenn auch mit verringerter Dosis, wieder weiter. 

Nach dem sechsten Zyklus gab es die erste Untersuchung zur Halbzeit der Chemotherapie - alles ohne Befund. Und meine schlechten Leberwerte waren wieder im Normalbereich, trotz Chemo, halleluja!

Trotz sommerlicher Jahreszeit hatte ich an meinen Therapietagen immer das Glück, dass genau dann eine Schlechtwetterphase mit etwas angenehmeren Temperaturen herrschte. 

Kurze Ärmel konnte man trotzdem immer tragen - und auch mein erstes Stirnband.


Der zehnte Behandlungszyklus musste dann in einer Praxis in Würzburg durchgeführt werden, als mein Onkologe und sein Team in den wohlverdienten Sommerurlaub fuhren.

Das war, wie schon befürchtet, eine eher unschöne Erfahrung für mich. Ich war in den letzten Wochen sowieso schon sehr dünnhäutig und empfindlich geworden, und dann gaben die mir eine Pumpe, die alle 45 Sekunden ein Geräusch wie das Klicken einer Kamera macht. Nicht sehr laut - aber doch vernehmbar. Waaahhhh! 

Was war ich froh und dem Manne dankbar, der die Ohrstöpsel erfunden hat! 

Außerdem wurden in dieser Praxis Pflaster benutzt, gegen die ich offensichtlich allergisch bin - ich blühte wie ein pinkfarbener Streuselkuchen.

Ich war nicht die einzige Patientin, die nach dem Sommerurlaub glücklich und dankbar in die Praxis "unseres" Onkologen zurückgekehrt ist!


Neue Brille! Jetzt mit Gleitsicht... blahh!

Und heute sitze ich, nach sechs Monaten, bei meiner letzten Chemotherapiesitzung:


Dankbar, glücklich, ängstlich, voller Hoffnung!


Dienstag, 11. September 2012

Du kannst Imelda zu mir sagen...

Ich weiß gar nicht, was dieses Jahr mit mir los ist:


Bei jedem Stadtbummel schreien überall die Schuhe auf den Regalen nach mir: "kauf mich!"


Zuerst waren es ja noch eher die "vernünftigen" Schuhe, die nach mir riefen, aber dann...


Dann kamen so langsam die ersten Absätze und schnuckelige Verzierungen dazu...


Und dann riefen sie alle nach mir - pinkfarbene Blümchen, Fransen, Perlchen und Federchen und mein erstes Paar Flipflops seit vierzig Jahren!
Kaufen war ja eine meiner leichtesten Übungen! Aber wohin jetzt mit meinen ganzen Schätzchen?


Hilfe!!!


Da stecke ich meine Füße doch besser in den Bodensee!





PS: Danke auch noch an meine liebe Schwester, die mit viel Überzeugungskraft verhindert hat, dass ich auch noch ein Paar grasgrüne Pumps in den schon überfüllten Schuhschrank stopfen musste! ;-)

Dienstag, 28. August 2012

Sei gegrüßt, oh Königin der Städte!

Byzanz - Konstantinopel - Istanbul - im Winter 1992 war ich zum ersten Mal dort:


Das Wetter war nicht gerade freundlich, umso mehr Gelegenheit, die zahllosen Sehenswürdigkeiten ausführlich zu besuchen.

Zuerst natürlich die Blaue Moschee, die auch auf dem Ausflugsprogramm aller Kreuzfahrtschiffe zu stehen scheint, die den Hafen Istanbuls anlaufen.



Und die Hagia Sofia, eingeweiht im sechsten Jahrhundert, da muss ich jedes Mal wieder hin!


Man kann noch die ganze Pracht erahnen, mit der diese frühe Kirche einmal geschmückt war.


Es gibt eine besondere Säule mit einer Wiederkehrfunktion - wenn man es schafft, den Arm mit dem Daumen im Loch einmal um 360 Grad zu drehen, kehrt man wieder nach Istanbul zurück... zweimal hat es bei mir schon funktioniert!

Ich bin allerdings nicht sicher, ob das auch für ältere Herrschaften noch funktioniert, vielleicht sollte ich mich mit dem nächsten Besuch beeilen!


Es gibt außer der frühchristlichen und islamischen Geschichte natürlich auch oströmische Reste zu bestaunen


Vor allem auch die große Zisterne, die ganz und gar mit antiken Saulen ausgestattet ist:


Die Zisterne ist ein ganz verzauberter Ort, zu klassischer Musik wandelt man zwischen den Säulen, bis man ganz am hinteren Ende auf diese Schönheit trifft:


Eines von zwei Medusenhäuptern, die auf den Kopf gestellt eingebaut wurden, damit sie ihre bösen Zauberkräfte verlieren.


Eine Bootsfahrt rund um das Goldene Horn gehört natürlich zum Pflichtprogramm.


Zahllose Paläste und Sehenswürdigkeiten säumen das Ufer.


Außerdem gehören auch das Topkapi Serail samt dem Harem zum Pflicht - Besichtigungsprogramm.



Und der große Basar, der Gewürzmarkt und die vielen anderen Märkte:



Interssant und sehenswert sind auch die Friedhöfe



Vielleicht ist Ende März ja das Wetter schon besser?


Hoffentlich! Denn....


dann gibt es einen Reisebericht "Mit Berge und Meer nach Istanbul"!

Mittwoch, 15. August 2012

Berlin 2036 olympische Spiele?


Letzte Woche waren der Beste Ehemann von allen und meine Wenigkeit vier Tage lang in Berlin.

Auf dem umfangreichen Besichtigungsprogramm stand dieses mal das Olympiastadion, das ich trotz etlicher Berlinreisen in den vergangenen Jahrzehnten noch nie gesehen hatte.


Der Himmel war am morgen noch sehr bedeckt und das erzeugte zusammen mit der Dokumentation und den überall aufgestellten Infotafeln doch eine recht bedrückte Stimmung bei mir.


Wir umwanderten das ganze Stadion bis hin zum Glockenturm, von dem man eine tolle Aufsicht über die ganze Stadt hat, leider hatten wir wieder mal kein Fernglas dabei.


Nach dem Abstieg kam doch noch die Sonne heraus und versöhnte mich ein bisschen mit der ganzen Anlage.


Das Stadion mit den umliegenden anderen Sportstätten ist insgesamt sehr beeindruckend und die Dokumentation der Spiele von 1936 eher bedrückend und eine eventuelle Neuauflage 2036 vielleicht doch keine so gute Idee.


Was wir sonst noch so gemacht haben in Berlin:


Mit dem Bus Nr. 100 vom Bahnhof Zoo zum Alexanderplatz gefahren.


Die Friederisiko Ausstellung im frischrenovierten Neuen Palais in Potsdam besucht.


Die Pergamonausstellung mit dem tollen 360 Grad Bild von Yadegar Asisi.


Als wir gegen 9.40 Uhr hinkamen, gab es keine nennenswerte Schlange, aber als wir zwei Stunden später wieder rauskamen:


Hülfä! Da wäre selbst der allerbeste Ehemann von allen nicht mit reingegangen!


Und meine allerliebste Barbiesammlerfreundin haben wir auch besucht! 



Das ist immer der Höhepunkt einer Berlinreise für mich!


Und natürlich die Weltzeituhr auf dem "Alex", die muss auch immer sein.


Witzige Läden gibt es in Berlin!


Ich hab zwar keinen Koffer mehr in Berlin, wir müssen aber trotzdem bald mal wieder hin! Hoffentlich ohne lästige Schulklasse! ;-) neinnein, war letztes Mal auch nett.


Das war das "kleine" Schnitzel!


Und am Samstagvormittag konnten wir noch dabei zuschauen, wie mutige Menschen eine sechzig Meter hohe Mauer heruntergelaufen sind!





Uff! Geschafft!


Meinem Begleiter hat besonders gut gefallen, dass die Schule in Berlin schon wieder angefangen hatte!


Und ich bin doch mit einer Träne im Auge abgefahren!


Bis bald!