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vergiss nicht die zusätzliche Speicherkarte für die Digitalkamera!

Ich bin gestern Abend wieder zuhause eingetroffen - und morgen geht es zum Wandern in den Odenwald, ähäm.
Mehr Bilder und einen kleinen Bericht über meine Türkeireise gibt es dann also irgendwann kommende Woche.
Im Juli 2011 findet in Fort Lauderdale Florida die nächste Barbie Convention statt.
Da wird Kens fünfzigster Geburtstag gefeiert.
Aus diesem Anlass gibt es dieses Jahr eine Aktion des "Ken - he's a doll" - Clubs: ein Traveling Ken wird zu 20 Gastgebern geschickt, die Ken zu verschiedenen Aktivitäten mitnehmen sollen - auf die Arbeit, zu einer Feier, zu einer Sehenswürdigkeit - und dabei sollen jede Menge Fotos gemacht werden. Eine Auswahl der Fotos wird dann an einem Convention Abend auf der großen Leinwand im Saal gezeigt, wenn Kens fünfzigster Geburtstag gefeiert wird.
Ich habe mich auch gleich beworben und das Glück gehabt, ausgewählt zu werden, als einzige Gastgeberin außerhalb der USA.
Ende August kam die ersehnte Mail, dass Ken auf dem Weg zu mir wäre, per Eilsendung. Nachdem er eine Woche später noch nicht bei mir eingetroffen war, wurde ich erst unruhig, dann kam mir die Idee, mal bei unserem zuständigen Zollamt in Aschaffenburg anzurufen:
Ich: "Ja, grüß Gott, hier ist Frau Kootz aus Bürgstadt, ich weiß nicht, ob Sie sich an mich erinnern können..."
Zollbeamter: "Ja, natürlich erinnere ich mich an Sie, Frau Kootz" ("Oh Gott - die verrückte Barbie-Puppen-Sammlerin - bestimmt wartet sie wieder auf eine Puppe!")
Ich: "Ja, wissen Sie, ich warte mal wieder auf eine Puppe!"
Zollbeamter: "Ah ja."
Ich: "Kann es sein, dass Sie ein Paket für mich haben?"
Zollbeamter: "Ja, ich glaube, da ist gestern was für Sie gekommen." ("Oh je, hoffentlich hat mein Kollege Dienst, wenn sie es abholt!")
Ich:"Oh, das ist ja klasse, kann ich bitte jetzt gleich kommen, um es abzuholen?"
Zollbeamter: "Ja selbstverständlich!" ("Ohhhhh neeeeiiiiiiinnnnn!")
Also machte ich mich sofort auf den Weg nach Aschaffenburg zum Zollamt.
Ich musste auch gar nicht warten und schnell war mein Paket gefunden:
Und Ken aus seinem Gefängnis befreit:
Kommentar des Zollbeamten: "Na, der muss ja erstmal zum Friseur!"
Noch am Nachmittag ging ich dann mit Ken ins Städtchen auf die Messe:
Zum Glück fand ich in meinem Fundus auch für ihn ein zünftiges Gewand!
Mein Tipp ist, dass eines dieser beiden Fotos nächstes Jahr in Florida gezeigt wird!
Nach einer längeren Sendepause melde ich mich heute mal wieder, weil morgen mein "großer Bruder" Bernd 60 Jahre alt geworden wäre.
Statt morgen auf ein rauschendes Fest zu seinem 60. Geburtstag zu fahren, will ich mit ein paar Zeilen und einigen Bildern an ihn erinnern.
Bernd war das erste Kind meiner Eltern. Als er geboren wurde, war meine Mutter gerade 20 Jahre alt geworden, mein Vater war noch nicht ganz 25. Es ist heute schwer vorstellbar, dass das in den 50er Jahren ein ganz normales Alter war, das erste Kind zu bekommen.
Eineinhalb Jahre später wurde meine Schwester geboren - die kleine Familie lebte bis kurz vor meiner Geburt in einer Mühle im Spessart.

1959 zogen wir alle nach Walldürn, wo ein paar Jahre später noch mein jüngster Bruder dazu kam. Bei seiner Geburt war meine Mutter 34 Jahre alt und fühlte sich im Vergleich zu den anderen Müttern auf der Geburtsstation uralt! ;-)
Vor zwei Jahren habe ich mich mit einem Jugendfreund von Bernd getroffen, um von ihm zu erfahren, was für ein Mensch mein Bruder war. Als kleine Schwester habe ich von seinem Leben außerhalb der Familie nicht viel mitbekommen. Mein Bruder muss wirklich ein außergewöhnlich positiver und lebensfroher Mensch gewesen sein, der immer einen lockeren Spruch drauf hatte. Die Tatsache, dass er seinen Freunden heute noch so sehr fehlt, dass man nur unter Tränen über ihn sprechen kann, sagte mir mehr als die Erzählungen.
Meinen Bruder Bernd habe ich zum letzten Mal lebend gesehen, als er am Morgen, bevor er nach seinem Weihnachtsurlaub zurück nach Fürstenfeldbruck fahren wollte, zu mir ins Zimmer kam und fragte, ob ich etwas für ihn zu lesen hätte, er bräuchte was für die Fahrt. Leider hatte ich nichts, was er noch nicht gelesen hatte, also hat er sich wahrscheinlich gelangweilt auf seinem Weg. Ich bin nicht mal sicher, ob ich ihm richtig auf Wiedersehen und gute Fahrt gewünscht habe, was mir immer noch leid tut.

Am 2. Februar kam mein Vater überraschenderweise mitten am Tag von der Arbeit nach Hause und teilte meiner Mutter und uns Geschwistern mit, dass unser Bernd in der Nacht tödlich verunglückt war.
Ich hatte meinen Vater noch nie vorher weinen sehen und konnte das nur schwer aushalten. Ich hatte das starke Bedürfnis, mit meiner Trauer allein zu sein, also machte ich mich auf den Weg in das Wäldchen, das ein paar Minuten von unserer Straße entfernt lag, und umarmte ein paar Bäume. Das half mir aber auch nicht recht weiter, nach einer Stunde fand mich mein verzweifelter Vater, und es tut mir leid, dass ich meinen Eltern noch mehr Kummer gemacht habe.
Das Leben nach dem Tod meines Bruders war nicht mehr dasselbe wie vorher und ich vermisse ihn heute noch - meinen großen Bruder:
Bernhard Karpf
17.04.1950 - 02.02.1973